Auszüge aus Gesetzen und Verordnungen,

die das Schulleben zur Zeit des Nationalsozialismus veränderten

1933

14. März: Wiedereinführung der Prügelstrafe

7. April: Das Reichsgesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums schafft die gesetzliche Grundlage für Entlassung und Beurlaubung "unzuverlässiger" (kommunistischer, sozialdemokratischer, radikaldemokratischer und Jüdischer) Lehrer. Im Laufe des Jahres werden 570 Berliner Lehrer aus politischen Gründen entlassen.

20. April: Eröffnung der ersten“Nationalpolitischen Erziehungsanstalt“ (NAPOLA)

25. April: Der Anteil nichtarischer Schüler an den Neuanmeldungen für höhere Schulen und Hochschulen wird auf 1,5% begrenzt.

10. Mai: Bücherverbrennung in Berlin.

14. Juni: Einrichtung von Kommissionen zur „Säuberung“ der Lehrerschaft.

24. August: Erlass über „verbotene Schriften für Schulbüchereien“.

13. September: Erlass über die Berücksichtigung von Vererbungslehre, Rassenkunde und –hygiene, Familienkunde und Bevölkerungspolitik im Unterricht.

1. Oktober: Die Geschwisterermäßigung beim Schulgeld für höhere und Mittelschulen wird für jüdische Kinder in Berlin abgeschafft.

1934

21. August: Auflösung der Elternbeiräte.

1936

4. April: Abbau privater Vorschulen und Vorklassen.

1. Dezember: Gesetz über die Hitler-Jugend (§ 2): Die gesamte deutsche Jugend ist in der Hitler-Jugend zusammengefasst.

1937

10. April: Richtlinien in den unteren vier Jahrgängen der Volksschule (Das nationalsozialistische Gedankengut, speziell die Rassenideologie, soll ohne Einschränkung im Unterricht umgesetzt, christliche Symbole aus den Klassenzimmern entfernt werden.)

1938

7. November: Der Schulunterricht für jüdische Kinder wird zur Angelegenheit der Juden erklärt.

1939

5. Juli: Lehrer werden zu Reichsbeamten erklärt.

Da der normale Bildungsweg für jüdische Schüler auf Grund der sich ständig verschärfenden Gesetzgebung immer stärker eingegrenzt wurde bis hin zum völligen Ausschluss, blieb diesen Kindern schließlich nur noch die Möglichkeit eine private jüdische Schule zu besuchen.

Im Zeitraum von 1932 bis 1935 gab es drei Neugründungen jüdischer Schulen im Grunewald:

Lotte Kaliski gründete 1932 im Eichkamp die „Private Waldschule Kaliski“, die bis 1939 bestand.

Vera Lachmann gründete 1933 zusammen mit Helene Herrmann eine kleine private Schule, die ihren Sitz zuletzt in der ehemaligen Jagowstraße, heute Richard-Strauss-Straße, hatte und 1939 endgültig verboten wurde.

Leonore Goldschmidt eröffnete 1935 die „Jüdische Privatschule Dr. Leonore Goldschmidt“, die im Grunewald bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1939 über vier Schulgebäude verfügte.

Quelle:

Festschrift Grunewald-Grundschule 100 Jahre

Grunewald-Grundschule - Delbrückstr. 20A - 14193 Berlin - Deutschland